Ich habe immer gesagt, «Ich will nie einen Garten». Und war sehr davon überzeugt, dass Trauma sitzt. Naja, so ist es nun nicht ganz. Ich habe einen Angela-Stil-Garten, tierfreundlich, chaotisch und Konzept frei für Menschen von aussen.

Meine Einstellung zum Thema Garten war Schwarz oder Weiss, alles dazwischen war tabu. Und genau diese Einstellung ist besonders im Business auf Dauer tödlich. Ehrlich gesagt, ist sie in jeder Beziehung ungesund. Daher ab in den Baumarkt. Denn wenn man vor lauter Festgefahrenheit nicht mehr flexibel denken kann, dann hilft Farbe. Und wenn man sich in den Baumarkt begibt und da mal schaut wie viele Farbmöglichkeiten es gibt, merkt man plötzlich, dass auch diese ein kleiner Teil des grossen Ganzen sind.

Es ist unglaublich wichtig, dass wir immer wieder andere Blickwinkel zulassen. Oft tauschen wir uns mit unserem Umfeld aus und wenn ich jetzt bissel zynisch sein darf. Meist haben die einen sehr ähnlichen Blickwinkel wie man selbst. Ich schaue mir oft Bilder von Verwaltungsräten und Geschäftsleitungen an und bin absolut fasziniert, was diese aussagen über die jeweilige Offenheit der Menschen. Falls Sie jetzt Lust haben zu wissen, was ihr Foto aussagt, einfach eine E-Mail an angela(Do not copy this @ email adress)angleaheck.com und ich melde mich dann für ein 15min zoom Feedback mit dem was ich wahrnehme.

Immer ist die Farbfächer-Situation auch superspannend bei Generationswechseln. Wenn viel Schwarz-Weiss in der Geschäftsleitung herrscht, ist es automatisch schon schwieriger, dass ein Wechsel geschehen darf. Und man braucht jetzt nicht zu glauben, dass die jüngere Generation immer flexibler ist. Meist haben die einfach ein anderes Schwarz-Weiss im Kopf. Wenn wir nun mal von den Farben weggehen. Was ist denn das Hauptthema, wenn es zu einem Generationswechsel kommt im Betrieb. Die Familiengeschichte, die Systemische Thematik und allem voran wie klar kommuniziert wird.

Früher hatte man einfach keine Wahl, der Älteste übernimmt den Laden, Talent oder Interesse waren nicht Thema. Heute kann man dies Gott sei Dank anders angehen. Wobei man nicht unterschätzen darf, dass das Konzept von «der Älteste» noch nicht lange über den Haufen geworfen wurde und daher noch sehr präsent in unserem Unterbewusstsein ist. Wenn man Systemisch arbeitet, geht man immer 7 Generationen in der Familien Historie zurück. Nehmen wir mal einen Jahrgang als Beispiel 1980. Die erste Generation sind meine Eltern 1950 2. Generation 1920, 3. Generation 1890 und so weiter bis zur 7. Generation 1770. Was will ich mit diesen Zahlen sagen. Man rechnet plus minus 30 Jahre zwischen einer Generation, daher geht es zurück bis zum Jahr 1770. Wen man nun schaut, was sich auf dieser Welt seit dieser Zeit ereignet und verändert hat, dann könnte man ein Buch damit füllen. Es waren früher Dinge toleriert, die heute indiskutabel sind. Und wir Menschen verhalten uns nicht viel anders als vor 200Jahren. Unser Ego hat einen grossen Einfluss auf unser Verhalten, wenn wir unbewusst agieren. Jedoch kann man dies auf einfache Weise ändern. Und da kommt wieder der Farbfächer in Aktion.

Alle Klarheit in uns hat damit zu tun, dass wir bewusst SIND, wer wir sind und was wir wollen. Und wenn man nun denkt, dass man dafür viele und teuer Kurse besuchen muss oder hochstudiert sein braucht, der sieht es komplett falsch. Denn alles was es braucht, ist den Willen den inneren Farbfächer zu aktivieren. Das heisst, sich zu reflektieren, wie reagiere ich in Situation X, und wie könnte ich ansonsten in einer solchen Situation reagieren. Und schon sieht man mehrere Farben von sich selbst. Was macht es mit mir, wenn ich wie immer reagiere und wenn ich anders reagiere. Und schon wieder hat man mehr Farben im eigenen Fächer. Und genau darum geht es, sich selbst farbiger zu sehen.

Was hat dies nun mit der Systemischen Arbeit zu tun und dem Generationenwechsel? Unser Vorfahren geben uns Anteile ihrer Farben mit, teils lassen uns diese wachsen und teils hemmen uns diese Farben. Das findet man nun nicht immer sofort heraus. Doch insbesondere bei Generations Themen kommen diese zur Geltung und zeigen sich deutlich. Und das kann zu Differenzen führen wo keinem der Beteiligten klar ist, was es eigentlich mit einem selbst zu tun hat. Das sind die versteckten Themen, die es dann gilt aufzuräumen. Und da gebe ich zu, dass ein Blick von aussen, der neutral ist, sehr helfen kann.

Wenn wir nun bewusst unseren persönlichen Farbfächer entwickeln, dann kann plötzlich ein sattes Grün erscheinen, wie bei mir, und ich liebe meinen Garten von Herzen. Und dieser Anteil in mir hilft mir in allen möglichen Facetten, denn er bereichert mich, da ich ihn bewusst annehme.

Ich wünsche mir, dass alle ihre persönlichen Farbfächer zu gestalten beginnen. Dann wird die Welt bunter und jeder gibt sich mehr Wert und Farbe im Leben.